Die Kühltürme verschwinden der Todesmüll bleibt

Die Kühltürme sind Blickfang. Sie wurden 160 m hoch gebaut. Man wollte wohl den Himmel nicht herausfordern und hat sie deswegen knapp niedriger errichtet als in der Nachbarschaft der höchste Kirchturm der Welt am Ulmer Münster mit 161,5 m ist.

In den Kühltürmen wurde das Wasser aus den Kondensationskammern der Reaktoren um rund 14 Grad C abgekühlt. Etwa 44 Tonnen je Sekunde. Dazu wurde im Turm das Wasser in 12 Metern Höhe verrieselt („Verdunstungskälte“), so dass es mit dem durch die Turmform erzeugten Aufwind zu Wasserdampf verdunstete und je nach Wetterlage die weithin sichtbare Dampfwolke bildete. In den Kondensationskammern zirkulierte das Wasser in Rohren, so dass es prinzipiell nicht mit dem radioaktiven Dampf in Berührung kam.

Im Reaktor wurden Uran und Plutonium gespalten. Aus einem Kilogramm Uran-235 konnte so die ungeheure Menge von 24 Millionen Kilowattstunden Wärme gewonnen werden. Knapp ein Drittel hiervon wurde in Strom umgewandelt. Der Rest war Abfallwärme. Mit der Wärme aus einem Kühlturm hätte man rechnerisch alle Wohngebäude in München heizen können.

Todesmüll. Die Kehrseite dieser atomaren Energiegewinnung ist die Erzeugung ungeheuren Atommülls. Er muss zum Abklingen seiner tödlichen Strahlung über eine Million Jahre eingeschlossen werden.

Dieser Müll wurde beim Spalten des Urans und des Plutoniums produziert. Ein halbes Jahr nach Entnahme der verstrahlten Spaltelemente (verharmlosend Brennelemente genannt) aus einem AKW strahlen diese etwa 1 Milliarde Mal so stark wie ein Uranelement vor dem Reaktoreinsatz. Das ist, als wenn ein 1 m hoher Baum auf 1 Millionen km Höhe wüchse. Nach einigen weiteren Jahren ist die Radioaktivität noch etwa 5 Millionen Mal so groß wie die von Uran. Dann klingt die Radioaktivität immer langsamer ab. Noch nach 1 Million Jahre ist sie erheblich höher als die von Uran.

Über die Kühltürme wird jetzt viel gesprochen. Man sieht sie ja. Über den Todesmüll hingegen nicht. Die meisten Menschen wissen gar nicht, wo er in Gundremmingen lagert.

Dies ist auch ein Lehrstück, wie die Atomtechnik unsere Gesellschaft, auch unsere Politiker und Medien überfordert. Gut, dass wir Umweltschützer*innen zusammen mit einigen weitsichtigen Politiker*innen den Atomausstieg herbeigeführt haben und jetzt die AKW abgeschaltet sind! Und gut, dass wir die Energiewende vorantreiben, die allerdings immer wieder durch Politiker wie Aiwanger, Reiche und Söder gebremst wird. Trotz aller Hemmnisse werden dieses Jahr schon fast sechs von zehn verbrauchten Kilowattstunden (falsch war: wird dieses Jahr schon jede sechste verbrauchte Kilowattstunde) Strom aus Erneuerbaren Energien gewonnen. Übrigens: Auch in Europa insgesamt schreitet die Stromwende voran. Fast jede zweite verbrauchte Kilowattstunde Strom wird aus Erneuerbarer Energie gewonnen.

Für unsere Bürgerinitiative habe ich in einem Videointerview der Günzburger Zeitung Stellung bezogen. Aufschlussreich auch die Videoaussagen eines langjährigen AKW-Mitarbeiters, des Gundremminger Bürgermeisters und des Dorfpfarrers, der mal von sich als Atompfarrer gesprochen hat.

https://www.augsburger-allgemeine.de/mediathek/video-111935074

https://www.augsburger-allgemeine.de/mediathek/video-111935075

https://www.augsburger-allgemeine.de/mediathek/video-111935071

https://www.augsburger-allgemeine.de/mediathek/video-111935257

II. Weltweit stürmt die Energiewende voran

Diese Entwicklung verdankt die Welt dem technischen Schub durch das EEG vom 1.4.2000 der SPD-GRÜNEN Bundesregierung

III. Mitmach-Kampagne gegen Frau Reiches falsche Energiepolitik Solar- & Windstrom statt Erdgasstrom!

https://www.aktionsolarstrom.de

Ach und noch etwas: Müller-Milch mit AFD-Geschmack

AfD-Chefin Weidel (Mitte) mit Molkereimilliardär Müller*29.1.1940 und dessen Unternehmergattin Ebert:

Häufiger zu Besuch Foto: Schuhmann Alexander / picture alliance

28.8.25  https://www.spiegel.de/politik/deutschland/unternehmer-theo-mueller-und-seine-gaeste-ziemlich-rechtsextreme-freunde-a-b0469e10-f9af-4167-be17-a0254104232f

„Am 31. Mai fand das Fest im Namen »der Müllers« auf dem Gelände der Weihenstephan-Molkerei im bayerischen Freising statt. In dem sonnigen Ambiente tummelten sich neben Familienangehörigen, Medizinern, Unternehmern und einer Bestsellerautorin auch Vertreter von CSU und FDP, darunter ein ehemaliger Minister aus Bayern. Und Akteure der extremen Rechten. …

Theo Müller sprach sich früher für die Atomkraft aus. Zu seinem Fest lud er Leute, die den Klimawandel in Frage stellen und gegen die Windkraft reden, wie den Konstanzer Prof. Ganteför. Eingeladen war auch Ex-Minister Gauweiler. Dieser wiederum hatte vor sechs Jahren  zu seinem 70. Geburtstag Oskar Lafontaine und Sahra Wagenknecht eingeladen. Bei Theo Müller war natürlich auch der rechte Augsburger CSU-Politiker Ralf von Hohenau.

Der Spiegel schrieb: „Weniger Menschen wissen vermutlich, dass neben Müllermilch die Produkte von Landliebe, Weihenstephan und Sachsenmilch zu seinem stetig wachsenden Reich gehören. Auch die Soßen von Homann und der Fisch vom Fastfood-Anbieter Nordsee im Supermarkt kommen aus seinen Fabriken.“

Campact macht auf die rechtsextremen Verbindungen von Theo Müller aufmerksam: https://www.campact.de/rechtsextremismus/theo-mueller-muellermlich-afd/