Rückblick auf 2025 – Zwischenlager und Endlagersuche
Liebe Mitglieder der Bürgerinitiative,
das Jahr 2025 liegt hinter uns und zählt erneut zu den zehn wärmsten Jahren seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 1881. Es war ungewöhnlich warm und erneut sehr trocken mit einer historischen Frühjahrstrockenheit im Osten. Außerdem schreibt der DWD: „2025 geht als eines der fünf sonnigsten Jahre seit 1951 in die Bilanz ein“ (https://www.dwd.de/DE/presse/pressemitteilungen/DE/2025/20251230_pm_jahr-2025.html?nn=821150).
Der viele Sonnenschein machte sich in der Stromproduktion bemerkbar. Dazu schreibt Bruno Burger (Energy-Charts): “Der Anteil der in Deutschland in das öffentliche Stromnetz eingespeisten erneuerbaren Energien am Strommix, der tatsächlich aus der Steckdose kommt, lag 2025 wie im Vorjahr bei 55,9 Prozent. Der stärkste Nettostromerzeuger war dabei die Windkraft, gefolgt von der Photovoltaik, die ihre Produktion um 21 Prozent steigerte und somit erstmals die Braunkohle überholte.“ (https://www.energy-charts.info/index.html?l=de&c=DE).
Endlagersuche dauert an – Bundesumweltministerium stellt Pläne zur Optimierung vor
Im November 2025 fand in Hannover das 4. Forum Endlagersuche statt, das sich der Suche nach einem Endlager für hochradioaktive Abfälle widmet und ein zentraler Diskussionsort im Standortauswahlverfahren ist. Bundesumweltminister Carsten Schneider (SPD) hat sich per Videobotschaft zu Wort gemeldet und darum geworben, das Standortauswahlverfahren zu beschleunigen. Das Bundesumweltministerium arbeitet an einer Novelle des Standortauswahlgesetzes und stellte in Hannover die Überlegungen vor. Dabei seien Optimierungen möglich, ohne Abstriche an der Sicherheit zu machen. Die Vorschläge wurden in Hannover diskutiert. Die Novelle ist für dieses Jahr geplant.
Die Bundesgesellschaft für Endlagerung (BGE) stellte ihren Arbeitsstand und Methoden vor, wie sie in den verschiedenen Wirtsgesteinen zu den Kategorisierungen gekommen ist. Einen Überblick zum aktuellen Stand gibt der Endlagersuche-Navigator: https://www.bge.de/de/endlagersuche/standortregionen/endlagersuche-navigator/
Außerdem stellte das Bundesamt für die Sicherheit der nuklearen Entsorgung (BASE) die Strategie der Aufsicht vor und wie es nach der jetzigen Phase weiter geht bzw. wie die Regionalkonferenzen vorbereitet werden.
Zwischenlager und Endlagersuche
Ein wesentlicher Aspekt der verlängerten Endlagersuche ist die damit deutlich längere Zwischenlagerung. Die Zwischenlager für hochradioaktiven Müll bleiben über die Jahrhundertwende hinaus bestehen. Denn nach dem Finden eines Endlagerstandorts gehen weitere Jahrzehnte ins Land bis die Zwischenlager geräumt werden.
Auf dem 4. Forum Endlagersuche wurde deswegen als Appel an das Bundesumweltministerium ein Statement zur Zwischenlagerung verlesen, das die Dringlichkeit betont, auf die Gefahren der oberirdischen Lagerung hinweist und längst überfällige Lösungen und ein Konzept für eine sichere Lagerung bis zur endgültigen tiefengeologischen Endlagerung fordert.
Das Statement hat Forderungen der Atommüllkonferenz aufgegriffen und wurde außerdem von weiteren Initiativen unterstützt sowie vom Nationalen Begleitgremium (NBG) und der ASKETA. Da ich das Statement stellvertretend verlesen habe, hänge ich es an; es wird außerdem eine Videoaufzeichnung der Veranstaltung geben.